I’m not your lover, I’m not your friend

I am something that you’ll never comprehend.

Ein Mensch ist gestorben. Ein einzelner. Es gibt mit Sicherheit – wenn man es überhaupt bewerten möchte – schlimmere Dinge derzeit im Weltgeschehen. Dennoch nagt es an mir, dass Prince heute abgetreten ist. Jeder kennt diese Lieder, die einen sofort in die Vergangenheit versetzen, andere Zeit, anderer Ort, Bilder im Kopf. Für mich ist Prince verbunden mit Holland, Schüleraustausch in den Achtzigern. Ernout, mein Gastschüler, war damals absoluter Prince Fan und hat nicht nur die Lieder gesungen, sondern ist auf der Tanzfläche abgegangen wie eine Rakete. Besonders I would die 4 U ist mir noch in Erinnerung. Seit dieser Zeit sind mir diese Liedzeilen ins Gehirn gebrannt, die sich so schön singen lassen.

Es gibt viele traurige und ernste Dinge, mit denen man sich beschäftigen muss oder sollte heutzutage, aber die Musik war und ist für mich schon immer ein Gegenpol dazu. Auch bei Prince gerne politisch und gesellschaftskritisch, aber dennoch für mich befreiend. Man kann sich in viele Lieder von ihm einfach reinlegen, davontragen lassen. I never meant to cause you any trouble… Ihr wisst schon.
Es ist einfach schade, wenn Künstler, die man mochte, mit denen man Lebensereignisse oder -phasen verbindet, nicht mehr da sind. Zieh die Schuh aus, bring den Müll raus… Der Müll ist leider noch da, aber Prince, Roger, Lenny, Glenn, Blowfly, David sind schon gegangen… und gefühlt hat das Jahr erst angefangen.

Ich bin heute nicht nur traurig, dass Prince gestorben ist, ich bin auch traurig darüber, dass weiterhin Flüchtlinge ertrinken und überall auf der Welt Menschen aus verschiedensten Gründen qualvoll leben oder sterben müssen, aber mein Kopf malt gerade viele Bilder in Lila, mit Regen oder Tauben. Kann ich nicht ändern.

Vor fast 30 (dreißig!) Jahren sang Prince über Aids, Bandenkrieg, Drogenmissbrauch, Naturkatastrophen, Nachrichten bei denen es in jeder zweiten Meldung darum geht, dass Menschen gestorben sind, Mütter so verzweifelt sind, dass sie ihr Baby töten, weil sie kein Geld haben es aufzuziehen, noch mal Drogen – von Gras zu H, von der Challenger Katastrophe. Hat sich nicht besonders viel geändert.

Und dennoch: Sign o the times, mess with your mind, hurry before it’s too late. Let’s fall in love, get married, have a baby.
We’ll call him Nate… if it’s a boy.

Danke für all diese schönen Texte, Prince Rogers Nelson.

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