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Free Fallin‘

There are days when I think I can’t take anymore bad news. Days that make me want to hide under the blanket. Right now these days add up to weeks and months of disbelief and sadness. It’s hard to describe but I try to do the right things in my own small universe and they just don’t seem to matter. A couple of minutes ago I read that Tom Petty passed away and I was humming „Free Fallin'“ almost immediately and that was the second I thought; that’s it, we’re free falling. No parachute, no nothing.
Hate is growing, separation is spreading, acts of unity are being politicized – separating people even more. My helplessness turns into fear that the world is falling apart and we all know what Yoda said: Fear leads to anger, anger leads to hate, hate leads to suffering.
I don’t wan’t to be angry, I don’t want to hate, I don’t want to suffer. I don’t want anyone to suffer, yet still so many people in the world are suffering. Admittedly  that’s no big news but the frequency my TV, social media and the whole internet screams at me lately is almost unbearable.
Trump is a pain in the ass but that he was elected is not even remotely as bad as the things that happened the last four to five weeks, like two horrible hurricanes, a minimum of 124 (!) terrorist attacks/incidents in September with more than 530 people dead, most of them in Afghanistan, Somalia, Iraq. That’s more than 4 terrorist incidents a day.
And just when you think your first world problems like issues at work or the dramatic decision of what to watch on TV are taking over again, some guy comes along, takes his guns out and kills more than 50 people by shooting randomly at a crowd.

How much more proof does it need to find out  that a very strict gun control – especially in the US – is mandatory; that global warming and climate change is NOT fake news and that we have to get our shit together and act as if we had brains. I know mine must be somewhere and I guess it’ll come back once it’s ready to deal with tomorrows news again. And with the news after that…

She’s a good girl, loves her mama
Loves Jesus and America too
She’s a good girl, crazy ‚bout Elvis
Loves horses and her boyfriend too

It’s a long day living in Reseda
There’s a freeway runnin‘ through the yard
And I’m a bad boy ‚cause I don’t even miss her
I’m a bad boy for breakin‘ her heart

And I’m free, free fallin‘
Yeah, I’m free, free fallin‘

I’m not your lover, I’m not your friend

I am something that you’ll never comprehend.

Ein Mensch ist gestorben. Ein einzelner. Es gibt mit Sicherheit – wenn man es überhaupt bewerten möchte – schlimmere Dinge derzeit im Weltgeschehen. Dennoch nagt es an mir, dass Prince heute abgetreten ist. Jeder kennt diese Lieder, die einen sofort in die Vergangenheit versetzen, andere Zeit, anderer Ort, Bilder im Kopf. Für mich ist Prince verbunden mit Holland, Schüleraustausch in den Achtzigern. Ernout, mein Gastschüler, war damals absoluter Prince Fan und hat nicht nur die Lieder gesungen, sondern ist auf der Tanzfläche abgegangen wie eine Rakete. Besonders I would die 4 U ist mir noch in Erinnerung. Seit dieser Zeit sind mir diese Liedzeilen ins Gehirn gebrannt, die sich so schön singen lassen.

Es gibt viele traurige und ernste Dinge, mit denen man sich beschäftigen muss oder sollte heutzutage, aber die Musik war und ist für mich schon immer ein Gegenpol dazu. Auch bei Prince gerne politisch und gesellschaftskritisch, aber dennoch für mich befreiend. Man kann sich in viele Lieder von ihm einfach reinlegen, davontragen lassen. I never meant to cause you any trouble… Ihr wisst schon.
Es ist einfach schade, wenn Künstler, die man mochte, mit denen man Lebensereignisse oder -phasen verbindet, nicht mehr da sind. Zieh die Schuh aus, bring den Müll raus… Der Müll ist leider noch da, aber Prince, Roger, Lenny, Glenn, Blowfly, David sind schon gegangen… und gefühlt hat das Jahr erst angefangen.

Ich bin heute nicht nur traurig, dass Prince gestorben ist, ich bin auch traurig darüber, dass weiterhin Flüchtlinge ertrinken und überall auf der Welt Menschen aus verschiedensten Gründen qualvoll leben oder sterben müssen, aber mein Kopf malt gerade viele Bilder in Lila, mit Regen oder Tauben. Kann ich nicht ändern.

Vor fast 30 (dreißig!) Jahren sang Prince über Aids, Bandenkrieg, Drogenmissbrauch, Naturkatastrophen, Nachrichten bei denen es in jeder zweiten Meldung darum geht, dass Menschen gestorben sind, Mütter so verzweifelt sind, dass sie ihr Baby töten, weil sie kein Geld haben es aufzuziehen, noch mal Drogen – von Gras zu H, von der Challenger Katastrophe. Hat sich nicht besonders viel geändert.

Und dennoch: Sign o the times, mess with your mind, hurry before it’s too late. Let’s fall in love, get married, have a baby.
We’ll call him Nate… if it’s a boy.

Danke für all diese schönen Texte, Prince Rogers Nelson.

Wirtz mit Musik besser?

Mit Wirtz Musik für mich jedenfalls schon. Und dennoch:
Gespaltene Nation, ich hör den Aufschrei schon
Mein Gott, was singt der da für’n Text,
völlig versaut, total versext
Das kann man doch nicht einfach senden
der wird noch in der Hölle enden…

etc.

Wie schon geschrieben, Daniel Wirtz hat mir gerade noch gefehlt. Deutsch, rockig, nicht genuschelt oder gegrölt, verständlich. Sowohl mit den Ohren, als auch mit dem Herzen. Klar wird er dargestellt, als der Kleine, der jetzt schön viel Aufmerksamkeit durch „Sing meinen Song“ bekommt, von dem sonst nur wenige etwas gehört hätten. Recht so, sage ich. Ich war eine Weile hin und her gerissen, aber ich verlinke doch mal auf einen Artikel aus der  Neuen Osnabrücker Zeitung von einem derzeit scheinbar sehr frustrierten Zeitgenossen:

http://www.noz.de/deutschland-welt/medien/artikel/588550/daniel-wirtz-flucht-naidoo-heuchelt-im-tauschkonzert#gallery&53430&0&588550

Herr Benedict hat die Sendung in einem Paralleluniversum gesehen und sowohl mit Plattitüden (ein Dank an wen auch immer für diese Rechtschreibung) als auch mit oberflächlichen Verlinkungen eine Kritik geschrieben, die eine gewisse Komik enthält. Nicht nur kloppt Herr Benedict auf Naidoo und Wirtz ein bisschen herum, nein, er verlinkt auch auf das „ehrliche Porträt“ zu Wirtz. Ja, das hat er auch selbst verfasst.

Wem die Artikel in der NOZ zu lang sind:
– Xavier Naidoo erweist sich als Heuchler
– zu Naidoo „In seinen homophoben Anti-Pädophilie-Anti-Abtreibung-Song ‚Wo sind’…“
– Christina Stürmer ist die liebste und langweiligste Musikerin im VOX-Panel
– „Der Song, mit dem der tätowierte Vollbart Wirtz sonst wüste Jungs anspricht, lässt sich bruchlos in Christina Stürmers Heile-Welt-Rock integrieren.“ (Wie genau tätowiert man einen Vollbart, Herr Benedict?)
– „Andreas Bourani pfeift zu Recht auf die Underground-Attitüde und kleidet die Nummer ungerührt in seine schönsten Klangfarben.“(Thema verfehlt, Herr Benedict. Setzen, sechs. Schon mal drüber nachgedacht, um was es in diesem Format geht?)
– Zu Wirtz‘ Lied „Overkill“: „Wirtz selbst erklärt es: Mit dem Overkill meint er das Dschungelcamp, und das ist für ihn „Volksverblödung de luxe“. (Leider wieder nix begriffen)
– „Wieso bloß hat Xavier Naidoo diesen unbekannten Daniel Wirtz in seine Show geholt? Womöglich nur, damit er dessen Nummer „Frei“ singen kann. Der Song hat alles, was Naidoo liebt: pathetische Leerformeln über „Lichter, die man in Dunkelheit gesperrt“.“ (Schön, dass hier von Leerformeln die Rede ist. Wie war das noch gleich mit den tätowierten Bärten?)
– Yvonne Catterfeld wird allerdings über den grünen Klee gelobt, für ihre „Neo-Soul-Nummer im Stil von Amy Winehouse“. Heilige Erykah Badu, da hat sich aber jemand weit aus dem Fenster gelehnt.

Und zu guter Letzt steht im „ehrlichen Porträt“:
„Ein einziger Artikel, so heißt es bei Vox, habe demnach die Karriere von Sub7even zerstört. O-Ton der Doku: „Der Journalist, der von der Plattenfirma beauftragt wurde, eine positive Exklusivstory über die Band zu schreiben, nutzt den Artikel für seine persönliche Abrechnung mit der Musikbranche.“ Wo gibt‘s denn so was?“ – Nun, Herr Benedict, ich denke, darüber müssen wir gar nicht weiter reden, solange es so schlecht gelaunte Redakteure gibt.

Jetzt habe ich mich mehr aufgeregt, als ich eigentlich wollte. Und das nach einem musikalisch gelungenen Abend. Ich bin froh, dass „dieser Daniel Wirtz“ an meine Ohren gedrungen ist. Auch hier wieder mit Textzeilen, die ich für mich keineswegs Leerformeln sind:

„Hier und jetzt endet die Geschichte! Die Story war so schlecht, dass ich auf ’nen zweiten Teil verzichte!“

Allein eine Zeile aus „Mon Amour“ passt noch besser zu Herrn Benedicts lyrischem Erguss:

„Außer Mist gab’s da nur Müll.“

In diesem Sinne: Rock on! \m/

Wir haben doch keine Zeit, Zeit, Zeit.

Hallo Freunde und solche, die es vielleicht mal waren.

Es ist wieder Dienstag, es ist wieder „Sing meinen Song“ Tag und wieder kommt einfach mal eine Textzeile vorbei, die richtig tief und genau an der richtigen Stelle sitzt.

„Und dann plötzlich schneit es mitten unterm Jahr“
(Christina Stürmer)

Interpretieren Sie bitte hier entlang. Kennt wohl jeder, wenn es für einen mal mitten im Jahr schneit. Und ich meine nicht die Line, die manch einer vielleicht zieht.
Wieder einmal darf man sich daran erinnern, dass Zeit nicht zurückgedreht werden kann. Wieder ertappe ich mich dabei, im Kopf den Kalender durchzugehen, um nach Tagen zu suchen, an denen ich diesen oder jenen Verwandten, diesen oder jenen alten Freund besuchen kann. In vier Wochen sind wieder vier Wochen vergangen, der gute Vorsatz bleibt. So lange, bis es zu spät ist.
Jammern auf hohem Niveau. Ich kann mich bald selbst nicht mehr hören. 🙂
Andererseits kann man das auch als gutes Zeichen sehen, wenn diese Gedanken immer öfter heraufziehen, sich immer häufiger ins Hirn brennen. Der Druck wird verstärkt, die Hoffnung bleibt, dass alles noch rechtzeitig auf die Reihe gebracht wird.

Also geht raus in die Welt, liebt dieses Leben, ein anderes gibt es für die meisten nicht (nehme ich an).
By the way: don’t do as I do, just do as I say! Was das angeht bin ich beim besten Willen kein Vorbild.  Wenn einer diesbezüglich ein Vorbild für mich hat, bitte vorbeischicken 🙂

Es grüßt herzlich
Euer Jammerlappen

Toleranz und Frieden

Check, check, one-two.
Nein, ich habe mich nicht in der Kategorie vertan, auch wenn der Rahmen hier durchaus gesprengt wird.

Heute wurde die erste Folge der neuen Staffel des Tauschkonzerts „Sing meinen Song“ ausgestrahlt und ich strahle mit. Ich liebe dieses Format.
Viele werden sagen: ach der Xavier wieder, mit irgendwelchen B-Promis im Dschungel der Musik. Holt mich hier raus, hier läuft PUR. Und ich kann nicht anders, auch wenn sich meine Frau dafür von mir scheiden lässt: Ich war schon auf PUR Konzerten (ja Plural) und JA, ich habe mitgesungen! Gut, vermutlich wird sie sich nicht von mir scheiden lassen. Sie wird sagen: kein Wunder, Du hörst ja auch Hubert von Goisern, PRAG und andere seltsame Dinge.

Aber ich schweife schon ab. Eigentlich möchte ich sagen, dass ich diese Abende vor dem Fernseher richtig genieße und sich ein warmes Gefühl der Friedlichkeit in mir ausbreitet, weil ich es so herrlich finde, wie sich Musiker mit den Liedern eines anderen Künstlers auseinander setzen dürfen / müssen und dadurch eine Verbindung zwischen ihnen entsteht.
Daniel Wirtz, der mir vorher völlig unbekannt war, singt Yvonne Catterfeld. Man konnte auch ohne seine Musik zu kennen ahnen, dass das eine Herausforderung wird. Aber er stellt sich ihr. Das alles strahlt eine Toleranz aus, die ich gerne nehmen würde, um sie in Tüten verpackt einigen Menschen um die Ohren hauen zu können. Ja, hier lässt die Friedfertigkeit etwas zu wünschen übrig, aber auch bei mir gibt es Grenzen. Natürlich meine ich das nicht nur musikalisch. Mal schön eine kleine Papiertüte damit gefüllt und dann: „Guck mal, da vorne, der hat aber einen dicken Bart. Und dieser Umhang. Komm, wir gehen mal auf die andere Stra…“ BÄÄÄMMM – einmal die aufgepustete Tüte fest gegen die Stirn gehauen. Ja, das würde Frieden schaffen. In mir.  Kurzfristig.

Ich sage nicht, dass ich dagegen gefeit bin. Auch ich sehe viel zu viele Bilder in den Nachrichten  und wir neigen ja immer gerne dazu, das, was wir mit unseren Augen sehen, für bare Münze zu nehmen und auch schön zu pauschalisieren. Nicht nur Offebäscher sinn Verbrescher sondern auch alle, die anders sind. Alle.
Wechsel ich die Straßenseite, wenn mir ein vollbärtiger Moslem (ja, das sieht man doch sofort ;-P ) entgegenkommt? Nein. Wechsel ich die Seite, wenn mir eine Gruppe 15-jähriger mit Flaschen in der Hand begegnet? Vielleicht! – Sekunde, wie war das noch gleich, als ich 15 war…? Ja, dann geh Dir doch mal selbst aus dem Weg.
Für mich und meine Sicht auf die Menschen versuche ich dagegen anzukämpfen. Für mich, nicht für andere.

Einfach mal die Schublade aufmachen, alles rausholen, Schublade wegschmeißen. So etwas ähnliches passiert für mich auch bei diesem Tauschkonzert. Weg mit den Schubladen. Den Gesang von Yvonne Catterfeld mag ich nicht, aber wird ein Lied von ihr von Andreas Bourani (wieso hat  der keinen Bart?) gesungen, kriege ich die Gänsehaut kaum noch weg. Dieter Bohlen hat das geschrieben? Egal. Nur der Beweis, dass man mit Toleranz (und einer Wahnsinnsstimme) auch aus Scheiße Gold machen kann. Und wenn das mit Musik geht, muss das doch auch mit Vorurteilen gehen!

Wer weiß, vielleicht überzeugt Frau Catterfeld mich ja noch in den anderen Folgen, wenn sie Lieder der anderen Künstler singen muss. Aber auch nur vielleicht.

Giraffenaffen

Ich halte Giraffenaffen als Titel meines ersten Textbeitrages für sehr sinnvoll. Es ist ein schönes Wortgebilde. Es macht Spaß, es laut vor sich her zu sagen oder gerne auch, für die Fortgeschrittenen, das damit assoziierte Lied zu trällern. Gut, mittlerweile gibt es mehrere Lieder, die man damit in Verbindung bringen kann, man muss aber nicht gleich alle hintereinander zum Besten geben.

Ich traf auf iTunes zum ersten Mal auf die Giraffenaffen und war froh, Musik gefunden zu haben, die kindertauglich ist, aber nicht sofort nach dem zweiten Genuss ein flaues Gefühl in der Magengegend bewirkt. Die Giraffenaffen machen zwar meine Kinder atemlos, wenn sie dazu wild durch die Wohnung springen, haben aber dennoch nicht den Helene Fischer Effekt. Oh, das muss ich mir aufschreiben – oder halt später in meinem Blog nachlesen – Helene Fischer Effekt klingt nach einem verheißungsvollen Titel für einen weiteren Textbeitrag.

Giraffenaffen ist der Titel von mittlerweile drei musikalischen Werken. Mehr oder weniger gute und mehr oder weniger bekannte Künstler singen Kinderlieder oder solche, die es sein könnten. Da  ist selbst Papa immer wieder lautstark dabei.

Für alle, die Kinder haben oder selbst immer wieder die alten Volksweisen unter der Dusche schmettern: werft ein Ohr auf die Giraffenaffen!