Herz, Kopf, Lachen, Weinen

Wechselbäder sollen ja gesund sein.
Gerade habe ich die Möglichkeit, zu testen, ob das was für den Körper gut sein soll, auch für die Seele gut ist. Die letzten Tage waren ein Wechselbad der Gefühle und so traurig ich heute auch war, so glücklich bin ich darüber, diese Gefühle zulassen zu können. So traurig es ist, Freunde viel zu früh zu verlieren, so schön ist es, den Menschen, die man mag das auch sagen zu können. Es sind Menschen gegangen, die ich gerne noch mal gesehen hätte und während ich das schreibe, fällt mir wieder auf, wie egoistisch das klingt. Es sind Menschen gegangen, die lange gekämpft haben und am Ende vielleicht gar nicht mehr kämpfen wollten. Die einfach nur ihren Frieden gesucht haben. Auch wenn der Sensenmann da eindeutig die zeitliche Reihenfolge nicht berücksichtigt hat. Zurück bleiben Menschen mit Erinnerungen und erst mal viel Trauer und noch mehr Mitgefühl.

Es sind aber auch Menschen (wieder-) gekommen, die einem zeigen, wie viel Herz in einem Körper stecken kann. Die noch wissen, wie gut ein echtes Lachen tut. Wie viel das Wort „Familie“ bedeuten kann.

Das Wechselbad öffnet meine Poren: Gefühle rein – Gefühle raus. Das zuzulassen erfordert allerdings noch etwas Übung. Es hat sich ein Misstrauen gegenüber netten Menschen entwickelt, das einen dazu bringt, nach einem Kompliment erst mal nachzusehen, ob Handy und Portemonnaie noch da sind.

Ja, OK, wenn jemand zu mir sagt: „siehst gut aus heute“, dann ist Vorsicht echt angebracht 🙂 aber vielleicht ändert sich wieder etwas. Vielleicht merken die Menschen in der Zeit der Flüchtlingskatastrophen, Erdbeben, Hungersnöte, Fremdenfeindlichkeit, dass es tatsächlich gut tut, ein Lächeln auszuteilen. Oder Kreidesmileys auf dem Asphalt. Oder einfach Seifenblasen.  Hierfür empfehle ich:
https://www.facebook.com/seifenblasenmachengluecklich

Denkt mal drüber nach, was in euch vorgehen würde, wenn ihr plötzlich Seifenblasen an euch vorüberziehen seht oder über ein Smiley auf dem Asphalt, vielleicht noch mit einem netten Spruch dabei, stolpert. Ein Lächeln auf den Lippen? Dann packt die Kreide ein und verbreitet diesen Zauber. Funktioniert im Zweifelsfall auch Aug‘ in Aug‘, wenn ihr gerade denkt: das Hemd steht dem aber gut oder das ist aber ein schönes Kleid. Einfach mal nicht nur denken sondern auch reden. Ein verstörter Blick als Antwort darauf tut nicht weh, aber ein Lächeln gilt als Dank.

Und dieser Text hier gilt wohl als Therapie 🙂
Macht’s gut Bibi und Mounia. Passt gut auf uns auf.